пятница, 19 ноября 2021 г.


Friedrich Schiller «Der Handschuh»

Vor seinem Löwengarten,

Das Kampfspiel zu erwarten,

Saß König Franz,

Und um ihn die Großen der Krone,

Und rings auf hohem Balkone

Die Damen in schönem Kranz.

 

Und wie er winkt mit dem Finger,

Auf tut sich der weite Zwinger,

Und hinein mit bedächtigem Schritt

Ein Löwe tritt,

Und sieht sich stumm

Rings um,

Mit langem Gähnen,

Und schüttelt die Mähnen,

Und streckt die Glieder,

Und legt sich nieder.

 

Und der König winkt wieder,

Da öfnet sich behend

Ein zweites Thor,

Daraus rennt

Mit wildem Sprunge

Ein Tiger hervor,

Wie der den Löwen erschaut

Brüllt er laut,

Schlägt mit dem Schweif

Einen furchtbaren Reif,

Und recket die Zunge,

Und im Kreise scheu

Umgeht er den Leu

Grimmig schnurrend,

Drauf streckt er sich murrend

Zur Seite nieder.

 

Und der König winkt wieder,

Da speit das doppelt geöfnete Haus

Zwey Leoparden auf einmal aus,

Die stürzen mit muthiger Kampfbegier

Auf das Tigerthier,

Das pakt sie mit seinen grimmigen Tatzen,

Und der Leu mit Gebrüll

Richtet sich auf, da wirds still,

Und herum im Kreis,

Von Mordsucht heiß,

Lagern sich die gräulichen Katzen.

 

Da fällt von des Altans Rand

Ein Handschuh von schöner Hand

Zwischen den Tiger und den Leu’n

Mitten hinein.

 

Und zu Ritter Delorges spottender Weis’

Wendet sich Fräulein Kunigund:

„Herr Ritter ist eure Lieb so heiß

Wie ihr mirs schwört zu jeder Stund,

Ei, so hebt mir den Handschuh auf“.

Und der Ritter in schnellem Lauf

Steigt hinab in den furchtbarn Zwinger

Mit festem Schritte,

Und aus der Ungeheuer Mitte

Nimmt er den Handschuh mit keckem Finger.

 

Und mit Erstaunen und mit Grauen

Sehens die Ritter und Edelfrauen,

Und gelassen bringt er den Handschuh zurück,

Da schallt ihm sein Lob aus jedem Munde,

Aber mit zärtlichem Liebesblick -

Er verheißt ihm sein nahes Glück -

Empfängt ihn Fräulein Kunigunde.

Und er wirft ihr den Handschuh ins Gesicht:

Den Dank, Dame, begehr ich nicht,

Und verläßt sie zur selben Stunde.


 


 Ein Hotelzimmer für Obdachlose

Wegen Corona ist für viele Obdachlose kein Platz mehr in den Notunterkünften. Hotels dürfen im Moment keine Touristen beherbergen. In Berlin macht man nun aus der Not eine Tugend – und bringt Obdachlose in Hotels unter.

https://www.dw.com/de/ein-hotelzimmer-f%C3%BCr-obdachlose/l-56617428

вторник, 14 сентября 2021 г.

Stefan Zweig

 


Stefan Zweig wird am 28. November 1881 in Wien als Sohn der Eheleute Moriz Zweig und Ida Brettauer geboren. Er wächst gemeinsam mit seinem Bruder Alfred in einer Wohnung am Wiener Schottenring auf. 1892 -1900: Zweig besucht das Wiener Gymnasium Wasagasse und legt dort 1899 seine Matura ab.

Was ist eine Novelle?

Eine Novelle ist eine "kleine Neuigkeit". Der Begriff stammt vom lateinischen Wort "novus" für "neu" ab.

·         Eine Novelle ist eine literarische Gattung, es handelt sich um eine kurze oder manchmal auch mittellange Erzählung in Prosa.

·         Der Aufbau einer Novelle gleicht dem eines klassischen Dramas, allerdings ist die Einleitung knapper gehalten. Nach Theodor Storm ist die Novelle die "kleine Schwester des Dramas".

·         Im Gegensatz zur Kurzgeschichte wird in einer Novelle der Konflikt, der die Handlung bestimmt, ausgeführt. Eine Kurzgeschichte behandelt in der Regel nur eine Episode.

Merkmale einer Novelle und Beispiele

Eine Novelle erfüllt bestimmte Kriterien:

·         Wie schon erwähnt, ist eine Novelle ähnlich aufgebaut wie ein Drama. Es entsteht ein Konflikt oder es geschieht eine "unerhörte Begebenheit", wie Goethe es nannte, die zu einer Wende der Handlung führt.

·         Die Handlung wird in einer Novelle linear und straff erzählt und hat ein Leitmotiv.

·         Die Hauptfiguren in Novellen sind häufig einsam oder ausgegrenzt.

·         Eine Novelle hat zwar ein Ende, dabei wird das weitere Leben der Hauptfigur jedoch meist offen gelassen.

·         In Novellen spielen Symbole eine große Rolle. Deshalb kann eine Novelle eigentlich immer symbolisch interpretiert werden.

·         Bekannte Novellen sind beispielsweise "Der Schimmelreiter" von Theodor Storm oder "Michael Kohlhaas" von Heinrich von Kleist. Stefan Zweig ist mit seiner "Schachnovelle" vertreten sowie Günter Grass mit "Katz und Maus".

 

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